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Gedichte z. B. über den Herbst
SOMMER
Sommer Der Frühling schwand fast über Nacht, hat lautlos sich verzogen. Er hat dem Sommer Platz gemacht, läßt grüne Flächen wogen. Kornblum', Margerite, Mohn, die lieben Schwalbenpaare, sie alle sind vertreten schon als schönste Exemplare. Über Wiese, Feld und Rain froh meine Blicke streifen. Meine Kindheit fällt mir ein, laß' frei Gedanken schweifen. Am Feldrand pflückte ich ganz vorn so manche Sommerblume. Kein Schritt zu weit, zu nah' ans Korn, da hauste "Roggenmuhme". Doch das alleine war es nicht, was mich vom Korn hielt fern: Die Achtung vor dem Brot, ganz schlicht, die Ehrfurcht vor dem Herrn. Ach, war das eine schöne Zeit, wenn Grasmahd stand ins Land! Die Sense fuhr durchs grüne Kleid, geführt von starker Hand. Zur Mittagsstunde holte ich den Speisekorb vom Haus. Ein jeder stärkt' und labte sich und ruht' ein wenig aus. Der kräftig herbe Kräuterduft vom frischgemähten Grase erfüllte rings die ganze Luft, liegt mir noch in der Nase. zum selbstgeback'nen Stuten die reifen Erdbeer'n obenan, ein Schmaus für Kinderschnuten. Dann wurde draußen auf der Bank noch gern ein Lied gesungen. So war mit Freude, Lob und Dank dein Sommertag verklungen. FRÜHLING Er ist's Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen! Eduard Mörike WINTER Ein Fichtenbaum steht einsam... Ein Fichtenbaum steht einsam Im Norden auf kahler Höh'. Ihn schläfert; mit weißer Decke Umhüllen ihn Eis und Schnee. Er träumt von einer Palme, Die, fern im Morgenland, Einsam und schweigend trauert Auf brennender Felsenwand HERBST Herbst Astern blühen schon im Garten, Schwächer trifft der Sonnenpfeil. Blumen, die den Tod erwarten Durch des Frostes Henkerbeil. Brauner dunkelt längst die Heide, Blätter zittern durch die Luft. Und es liegen Wald und Weide Unbewegt in blauem Duft. Pfirsich an der Gartenmauer, Kranich auf der Winterflucht. Herbstes Freuden, Herbstes Trauer, Welke Rosen, reife Frucht. |
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